Holzuhr

Holzuhren

Holzuhren waren bisher allgemein nur in Form von großvolumigen Stand- und Hängeuhren aus den Wohnungen vor 100 Jahren bekannt oder als Schwarzwalduhren. Erst seit ein paar Jahren haben findige Uhrenbauer das Holz als Werkstoff auch für Armbanduhren entdeckt. Dank digital gesteuerter Programme und Hochleistungsfräsen ist es nun möglich, auch kleinste Formen in Holz präzise auszuarbeiten. Beim Bau der Holzuhren kommt nur Hartholz zum Einsatz, das sich auch gut polieren lässt. Denn der Wuchs von Weichholz ist zu ungleichmäßig und das Holz von Fichte oder Kiefer deshalb nicht hart genug für diese Uhr-Skulpturen. Ganz erstaunlich für diese besonderen Uhren ist, dass sie sich preislich überhaupt nicht von anderen Uhren unterscheiden und oft zwischen 50 und 150 € kosten.

Funktionalität von Holzuhren

In der Funktionalität von Uhren aus Holz gibt es gegenüber Metalluhren keine Einbuße. Natürlich können durch Holz keine textilen und ledernen Armbänder ersetzt werden, aber die metallenen Gliederarmbänder sehr wohl. Auch in Holz funktioniert die Dehnungseigenschaft solcher Armbänder. Genauso wie bei Metallbändern wird die Größenanpassung durch Einfügen oder Wegnehmen einzelner Kettenglieder erreicht. In Metall ausgeführt bleiben auch bei Holzuhren das Uhrwerk, die Uhrzeiger, die Einlagen des Zifferblatts und die Schließe zum Befestigen des Armbandes an der Hand. Die Wasserdichte der Uhren richtet sich nach den Angaben des Herstellers des Uhrwerks. Dem Holz schadet Wasser an sich nicht.

Gestalterische Besonderheiten von Holzuhren

Holz ist ein lebendiges Material. Deshalb variiert das Aussehen der Uhren. Das bedeutet, dass keine Holzuhr der anderen gleicht. Dies müssen Käufer im Online-Handel beachten. Denn niemals wird das gekaufte Modell haargenau dem im Katalog gleichen. Das ist aber kein Grund zur Reklamation, sondern Individualität, die sich durch die Verwendung von Holz automatisch ergibt. Jeder Käufer erhält letztlich ein Unikat. Der Werkstoff Holz bietet im Design zudem größere Möglichkeiten zur individuellen Gestaltung, was sich durch Gravuren, Einfärbungen oder Abweichungen von der klassischen kreisrunden Gehäuseform zeigt. Als Zifferblatt setzen manche Uhrbauer eine dünne Holzscheibe mit einem schönen Holzbild ein. Meist liefern aber die Hersteller des Uhrwerks mit einem neutralen Zifferblatt eine fertige Einheit, die dann in ein umgebendes Gehäuse aus Holz eingefügt wird. Es gibt auch Mischmodelle, wo nur das Umgebungsgehäuse des Uhrwerks aus Holz besteht, versehen mit Leder- oder Textilarmbändern. Beim Gehäuse und Armband finden alle möglichen einheimischen und exotischen Hölzer Verwendung, von Ahorn über Nussbaum bis zu Rosenholz und Zebraholz. Durch die Fortsetzung des natürlichen Holzbildes im Armband wird dieses gegenüber einem Modell aus Metall ungemein aufgewertet und auf einmal Teil der Wahrnehmung. Die Uhr setzt sich gewissermaßen im Armband fort und wird erst dadurch zum echten Blickfang.

Trage-Eigenschaften und Pflege von Holzuhren

Das Gewicht einer Holzuhr ist verblüffend. Gegenüber einer Armbanduhr mit Metallarmband wirkt eine Holzuhr geradezu federleicht. Dies hat dazu geführt, dass manche Hersteller nur Unisex-Modelle anbieten und nicht mehr eine Differenzierung in der Größe durchführen, wie allgemein üblich. Eine Holzuhr trägt sich “warm”. Das heißt, dass sich Holz im Gegensatz zu Metall auf der Haut warm anfühlt, auch an kalten Tagen, und ein angenehmes Tragegefühl vermittelt. Das Holz besitzt im gewissen Maße die Eigenschaft, Schweiß aufzunehmen, was ebenfalls das Tragegefühl erhöht, da sich im Sommer kein Schweißfilm bildet und auf der Haut steht, wie unter einem Metallarmband. Holz ist kein steriler Werkstoff wie Stahl. Eine Holzuhr verändert durch den Einfluss von Schweiß, Regen, Salzwasser und Sonne ihr Äußeres. Dies ist Teil ihrer Individualität. Sie sollte von Zeit zu Zeit mit Bienenwachs gepflegt werden, was außerdem sehr gut riecht.

Die Nachhaltigkeit von Holzuhren

Die Verwendung von Holz als Rohstoff für den Uhrenbau schont die Umwelt. Oft werden die Uhrgehäuse aus den Abfällen der Holzindustrie hergestellt, da dafür ja schon geringe Mengen ausreichen. Es gibt aber auch den mit FSC-Zertifikat durchgeführten Anbau der verwendeten Hölzer, das heißt, es handelt sich um Bäume, die zum wirtschaftlichen Gebrauch angepflanzt und nicht aus der freien Natur entnommen werden, wo das Ökosystem geschädigt werden kann. Dies ist insbesondere wichtig, wenn es sich um Tropenhölzer handelt. Einheimische Hölzer bieten zudem die Gewissheit kurzer Transportwege, was die günstige Umweltbilanz erhöht. Käufer einer Holzuhr leisten also auch einen Beitrag zum Umweltschutz, an dem sie sich noch dazu jeden Tag erfreuen können.